Die Generation Z arbeitet mehr, nicht weniger
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Erwerbsquote der Jungen auf Höchststand seit Jahrzehnten
Kein Bock aufs Büro, dafür viel Wert auf Work-Life-Balance und am liebsten gleich die Viertagewoche – das Bild von der Generation Z hat sich tief in die öffentliche Debatte eingebrannt.
Die Zahlen des Mikrozensus erzählen eine andere Geschichte: Junge Menschen sind heute so häufig erwerbstätig wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Grundlage eines Beitrags von Timon Hellwagner und Enzo Weber im IAB-Forum ist die Erwerbsquote der 20- bis 24-Jährigen, jener Altersgruppe, deren Arbeitsmarktverhalten sich am ehesten der Generation Z zuordnen lässt. Sie stieg zwischen 2015 und 2025 um 7,1 Prozentpunkte auf 76,8 Prozent – und legte selbst in den vergangenen zwei Jahren, mitten in einer wirtschaftlich schwierigen Phase, noch einmal um 0,9 Prozentpunkte zu.
Ein Trend mit langem Atem
Zur Einordnung lohnt der Blick auf die 25- bis 64-Jährigen. Deren Erwerbsquote wächst seit Jahrzehnten kontinuierlich, getragen vor allem von der zunehmenden Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren. Zwischen 2015 und 2025 stieg sie um 3,1 Prozentpunkte. Beide Gruppen bewegen sich damit in dieselbe Richtung, doch der Zuwachs bei den Jüngeren fällt deutlich stärker aus.
Auffällig: Bis 2015 verlief die Entwicklung noch gegenläufig. Während die Quote der Älteren stieg, sank jene der 20- bis 24-Jährigen. Erst mit dem Berufseinstieg der ersten Generation-Z-Jahrgänge drehte sich dieser Trend um – und zwar kräftig. Ein naheliegender Einwand lässt sich zudem schnell entkräften: Auch eine Ausbildungsstelle zählt statistisch als Erwerbstätigkeit. Eine Verschiebung von Ausbildung zu Helferjobs kann den Anstieg der Gesamtquote also nicht erklären.
Studierende mit Nebenjob prägen das Bild
Ein Blick auf die Berufsstruktur liefert eine Erklärung. Junge Erwerbstätige arbeiten deutlich häufiger als Ältere in Handelsberufen sowie in der Gastronomie – die Anteile liegen um 3,4 beziehungsweise 4,4 Prozentpunkte höher. In Führungs- und Organisationspositionen sowie in unternehmensbezogenen Dienstleistungsberufen sind sie dagegen klar unterrepräsentiert.
Dieses Muster passt zu einer wachsenden Zahl an Studierenden mit Nebenjob. Wer mit Abitur, aber ohne Berufsabschluss in Teilzeit arbeitet, dürfte meist einem Studium mit Nebentätigkeit nachgehen. In dieser Gruppe liegt der Anteil der Beschäftigten in Handel und Gastronomie bei jeweils über 17 Prozent. Rechnet man sie heraus, schrumpft der Abstand zu den Älteren im Gastgewerbe von 4,4 auf 2,7 Prozentpunkte.
Differenziertes Bild statt Klischee
Insgesamt verteilt sich die Beschäftigung junger Menschen ganz ähnlich wie bei ihren älteren Kolleginnen und Kollegen auf zahlreiche Berufsfelder. Von einer arbeitsscheuen Generation kann angesichts dieser Zahlen keine Rede sein – im Gegenteil: Die Erwerbsbeteiligung junger Menschen liegt aktuell auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten.
In aller Kürze
Die Erwerbsquote junger Menschen ist seit 2015 stärker gestiegen als die der Älteren und liegt auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten – vor allem, weil mehr Studierende neben dem Studium jobben.
VERWEISE
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