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Neue Paneldaten zur Kompetenzentwicklung von Weiterbildungslehrkräften
Wer in Deutschland unterrichtet, wird meist gut vermessen – sofern es sich um Schule oder Hochschule handelt. Für die Erwachsenen- und Weiterbildung galt das lange nicht. Dabei zählt dieser Bereich längst zu den größten Bildungssektoren des Landes.
Mit der zweiten Welle der Studie »Teachers in Adult Education – A Panel Study« (TAEPS) liegt nun erstmals ein Datensatz vor, der Längsschnittanalysen zu diesem bislang wenig erforschten Lehrpersonal ermöglicht.
Ein blinder Fleck der Bildungsforschung
Der Bedarf an qualifiziertem Lehrpersonal in der Erwachsenen- und Weiterbildung wächst parallel zum technologischen und gesellschaftlichen Wandel. Lebenslanges Lernen ist längst kein Schlagwort mehr, sondern gelebte Praxis für Millionen Erwerbstätige. Umso erstaunlicher, wie wenig über die Menschen bekannt ist, die diesen Lernprozess gestalten: ihre Qualifikationen, ihre Kompetenzen, ihre Arbeitsbedingungen.
Genau diese Lücke will TAEPS schließen – ein Verbundprojekt des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) und des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi).
Neue Daten, neue Möglichkeiten
Mit dem veröffentlichten Scientific-Use-File 2.0 erweitert sich der bisherige Datenbestand erheblich. Zu den bereits vorliegenden Daten aus der Institutionenbefragung und der ersten Panelwelle kommt nun die zweite Erhebungswelle hinzu, durchgeführt zwischen März und August 2025.
Befragt wurden sowohl Lehrkräfte, die bereits an der ersten Welle teilgenommen hatten, als auch neu hinzugekommene. Die Erhebung kombinierte einen Online-Fragebogen mit einer webbasierten Kompetenzmessung – ein Ansatz, der es erlaubt, individuelle Entwicklungen über die Zeit hinweg nachzuzeichnen. Genau das war bislang kaum möglich: Längsschnittdaten zu diesem Personenkreis waren rar.
Kompetenzentwicklung als roter Faden
Im Zentrum der Studie stehen mehrere eng verwandte Fragen. Welche beruflichen Qualifikationen bringen Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung mit? Wie wirken sich Arbeits- und Lebensbedingungen auf ihr professionelles Handeln aus? Und auf welchen Wegen entwickeln sie ihre Kompetenzen im Lauf der Zeit weiter? Auch der Zusammenhang zwischen Kompetenzen und Erwerbschancen gehört zum Untersuchungsgegenstand.
Um diese Fragen belastbar zu beantworten, werden die teilnehmenden Lehrkräfte über mehrere Jahre hinweg wiederholt befragt – ergänzt durch Untersuchungen der Weiterbildungsanbieter selbst. So rücken neben individuellen Karrierewegen auch institutionelle Rahmenbedingungen in den Blick. Das Studiendesign sieht darüber hinaus Interventionsstudien vor, mit denen sich gezielt untersuchen lässt, welche Maßnahmen professionelle Kompetenzen tatsächlich fördern.
Zugang für die Forschung
Der Datensatz wird durch eine umfangreiche Dokumentation flankiert: ein Datenmanual, Methodenberichte, die verwendeten Erhebungsinstrumente, ein Codebook sowie ein Skalenhandbuch zu den eingesetzten Kompetenzmaßen. Wer mit den TAEPS-Daten arbeiten möchte, benötigt einen Datennutzungsvertrag. Weitere Informationen zum Projekt sowie zu Datenzugang und Dokumentation stellt das LIfBi bereit.
In aller Kürze
TAEPS liefert mit Welle 2 erstmals Längsschnittdaten zu Lehrkräften der Erwachsenenbildung – Grundlage für Forschung zu Qualifikation, Arbeitsbedingungen und Kompetenzentwicklung.
