Ein Vorsprung, kein Graben – privates und staatliches Studium im Vergleich
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Was private Hochschulen wirklich leisten – laut eigener Umfrage
Die Erhebung »University Experience 2026« misst, wie zufrieden Studierende und Absolvent*innen mit ihrer Hochschule sind – und liefert damit ein interessantes Schlaglicht auf den deutschen Bildungsmarkt.
Durchgeführt hat die Online-Befragung Kantar Profiles, beauftragt hat sie die IU Internationale Hochschule. Zwischen Ende August und Oktober 2025 nahmen 4.004 Personen teil, darunter 1.597 Alumni.
Praxisbezug als Trumpfkarte
Private Hochschulen punkten demnach vor allem dort, wo sich Lehre unmittelbar am Arbeitsmarkt orientiert. 81 Prozent der Befragten anderer privater Häuser sind mit dem Praxisbezug ihres Studiums zufrieden, an staatlichen Hochschulen sind es 78 Prozent – die IU kommt auf 86 Prozent.
Ein Vorsprung, der sich beim Berufseinstieg fortsetzt: IU-Alumni benötigten nach eigenen Angaben durchschnittlich 2,63 Monate bis zur ersten relevanten Stelle, der Vergleichswert liegt bei 3,69 Monaten. Die Basis dafür bilden allerdings nur 477 Antworten – ein Detail, das für die Einordnung der Zahl relevant bleibt.
KI trennt die Lager deutlicher
Größere Unterschiede offenbart der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. 85 Prozent der IU-Studierenden geben an, durch KI-Einsatz schneller und effizienter zu arbeiten; an staatlichen Hochschulen sagen das 75 Prozent.
Auch beim gelehrten, sinnvollen Einsatz von KI-Werkzeugen liegt die IU mit 83 Prozent vorn, staatliche Hochschulen kommen auf zwei Drittel. Das deutet weniger auf einen Qualitäts- als auf einen Tempounterschied hin: Curricula lassen sich in privaten Häusern schneller umbauen.
Der eigentlich bemerkenswerte Befund
Bildungspolitisch spannender als die IU-Werte ist ein Ergebnis, das für private Hochschulen insgesamt gilt: 82 Prozent ihrer Befragten sagen, ihr Studium wäre an anderer Stelle nicht möglich gewesen – gegenüber 76 Prozent an staatlichen Hochschulen. Bei Studierenden aus nicht-akademischen Elternhäusern und mit Beeinträchtigung fällt der Abstand ähnlich aus.
Hier liefert die Studie tatsächlich einen Hinweis darauf, wo das staatliche System an Grenzen stößt.
Lesen mit Vorbehalt
Was fehlt, ist der Blick von außen: Erhoben wird ausschließlich subjektive Zufriedenheit, keine geprüfte Lehrqualität. Und dass ausgerechnet die auftraggebende IU auf praktisch jeder Seite den Spitzenplatz belegt, mag man als Zufall sehen - muss man aber nicht.
Als Diagnose eines strukturellen Defizits im staatlichen System ist das Papier lesenswert, als objektiver Qualitätsvergleich nicht.
In aller Kürze
Die IU-Studie »University Experience 2026« attestiert privaten Hochschulen Vorsprünge bei Praxis, KI und Bildungszugang – solide erhoben, aber vom Auftraggeber sichtbar geprägt.
